Die Wertsteigerung von Wildfrüchten durch die Konsolidierung der Märkte schafft Arbeitsplätze und Einkommen für die Waldgemeinden und trägt zum Fortbestand des Amazonas-Regenwaldes für zukünftige Generationen bei.

   ÍLE
        ::: Açaí
        ::: Andiroba
        ::: Buriti
        ::: Paranuss
        ::: Maracujá
        ::: Patauá
        ::: Pracachy
        ::: Tucumã (Pulpe)
        ::: Tucumã (Samen)
   BUTTERFETTE
        ::: Bacuri
        ::: Cupuaçu
        ::: Muru-muru
        ::: Ucuúba
   HARZE
        ::: Breu-branco
        ::: Copaíba

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANDIROBA-ÖL - (Carapa guianensis, Meliáceae)

ERNTEZEITRAUM

PHYSIKALISCH-CHEMISCHE DATEN UND FETTSÄUREZUSAMMENSETZUNG

Das Andiroba-Öl ist eine reiche Quelle von essentiellen Fettsäuren wie Ölsäure, Palmitinsäure, Myristinsäure und Linolsäure und enthält Komponenten wie Triterpene, Tannine und isolierte Alkaloide, wie Andirobina und Carapina.Aufgrund der Bitterkeit des Andirobaöls wird es zu der Gruppe der Terpene zugeordnet, auch Meliacine genannt, die chemisch den bitteren Malariamitteln sehr ähnlich sind. Kürzlich wurde einem dieser Meliacine, nämlich Gedunina, eine antimalaria und antiparasitäre Eigenschaft bescheinigt, mit ähnlicher Wirkung wie die des Chinins.

Dem Andiroba-Öl werden Eigenschaften zugeschrieben,die entzündungshemmende, insektenrepellierende und wundheilende Wirkung zeigen, die auf das Vorhandensein von Limonoiden, nämlich Andirobina schließen lassen. Besonders nach der Patentierung einer Feuchtigkeits- und Anti-Celluitecreme auf Grundlage des Andiroba-Öls durch die französische Kosmetikfirma Yves Rocher entstand auf dem Kosmetiksektor eine riesige Nachfrage nach Andiroba-Öl.

Eine Kerze mit Andiroba-Öl wirkt als Repellent gegen die Mücke Aedes aegypti, die Gelbfieber und Dengue-Fieber überträgt. Beim Verbrennen der Kerze wird ein Wirkstoff freigesetzt, der den “Hunger” der Mücke hemmt und dadurch die Stechattacken auf den Menschen einstellt. Die Forschungsergebnisse attestieren 100% Mückenschutz, ein Ergebnis, das von keinem anderen Produkt auf dem Markt erzielt wird, das der Mückenbekämpfung dient. Neben diesen herausragenden Eigenschaften ist die Kerze völlig ungiftig, erzeugt beim Verbrennen keinen Rauch und keine Duftstoffe.

 

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Das Andirobaöl ist eines der am meisten verkauften medizinischen Öle im Amazonasgebiet. Gemischt mit Honig und Copaiba (Copaifera spp.) bildet es ein sehr beliebtes entzündungshemmendes Medikament zur Bekämpfung von Halsinfektionen und grippalen Erkrankungen. Darüber hinaus stärkt und verschönert es das Haar, und als Seife ist es ein Wundermittel im Kampf gegen Akne und Pickel. Aufgrund seiner Eigenschaft, schnell von der Haut aufgenommen zu werden, wird es oft in der Massage verwendet, um Verstauchungen, Arthritis und Rheuma zu lindern. Auch dient es zur Beruhigung und Aufhellung von oberflächlichen Flecken der Haut. Als Repellent gegen Stechmücken formen die Einheimischen aus dem von der Andirobaölgewinnung übrig gebliebenen Presskuchen Kugeln, die angezündet werden. Zusammen mit den Samen von Annatto (Bixa orellana) wird eine Paste hergestellt, die auf die Haut aufgetragen wird und ebenfalls vor Moskitostiche zu schützen vermag.

ÖKOLOGIE

Andiroba ist eine neotropische Baumart die im südlichen Zentralamerika sowie in Kolumbien, Venezuela, Surinam, Französisch-Guayana, Brasilien, Peru, Paraguay und den karibischen Inseln beheimatet ist. In Brasilien wird dieser Baum in Höhenlagen bis zu 350 m angetroffen.Er ist im ganzen Amazonasbecken beheimatet, sowohl auf Terra firme als auch in saisonal überfluteten Wäldern, entlang von Flüssen und Bächen und in der Nähe der Mangroven. Die Samen sind infolge des hohen Ölgehalts schwimmfähig und werden durch den Strom der Wasserläufe verteilt. In Terra- firme -Wäldern wird der Großteil der Samen allerdings unter dem Mutterbaum gefunden. In der Zeit des Samenwurfes werden die Samen durch Nagetiere, Gürteltiere, Wildschweine, Eichhörnchen, Rehe usw. verzehrt.

Der Name des Baumes ist als Andiroba bekannt,und wird vom indianischen nhandi (Öl) und rob (bitter) abgeleitet .Andiroba gehört zur gleichen Familie wie der Mahagoni- und Zedernbaum. Da sein Holz eine hohe Resistenz gegen Insektenfrass zeigt, ist es bei den Sägewerken sehr begehrt. Der Andirobabaum kann bis zu 30 Meter hoch werden , passt sich gut an unterschiedliche Umgebungen an, und ist sowohl in Feuchtgebieten als auch auf Hochlandebenen heimisch.

Ein ausgereifter Baum kann bis zu 120 Kilo Samen erzeugen (durchschnittlich 50 Kilo/Baum). Der Samen enthält 43% Fett .Bei der traditionellen Gewinnung von einem Liter Öl werden 12 Kilo Andirobasamen benötigt, bei der Verwendung einer mechanischen Presse 4 Kilo Samen und bei der Anwendung von chemischen Lösungsmitteln 3 Kilo Samen. Die Ölausbeute pro Andirobabaum kann bei traditioneller Verfahrensweise 10 Liter und bei industrieller  bis zu 30 Liter erreichen.

Aufgrund seines raschen Wachstums und seines hohen Holzwertes ist Andiroba für Agroforst-Systeme besonders gut geeignet. Die Anpflanzung in Monokultur wird durch den Schädling Hypsipyla Grandella, dem bedeutensten Schädling für die Mahagoniegewächse in der Amazonasregion, zur Herausforderung. Dabei wird die Endknospe geschädigt, was zu deutlichen Wachstumseinschränkungen führt. Das hat Konsequenzen insbesondere dann, wenn die Bäume für die Holzproduktion bestimmt sind. Wenn Andiroba den Schädlingsangriff überlebt, was normalerweise nicht so intensiv ist wie bei Mahagoni, bleibt die Samenproduktivität unverändert

BENUTZTE LITERATUR

FERRAZ, I. D. K. et. al.: Andiroba Carapa guianensis e Carapa procera, 2003, Manual de sementes da Amazõnia, Fascíiculo I.

GILBERT, B., et al. "Activities of the Pharmaceutical Technology Institute of the Oswaldo Cruz Foundation with medicinal, insecticidal and insect repellent plants." An. Acad. Bras. Cienc. 1999; 71(2): 265-71.

MACKINNON, S., et al. “Antimalarial activity of tropical Meliaceae extracts and gedunin derivatives.” J. Nat. Prod. 1997; 60(4): 336-41.

MORAIS, L. R. : Banco de Dados Sobre Espécies Oleaginosas da Amazônia, não-publicado.

MORTON, J. F.: Atlas of Medicinal Plants of Middle America, 1981.

PESCE, C.: Oleaginosas da Amazônia, 1941, Oficinas Gráficas da Revista Veterinária, Belém/PA.

ROY, A., et al. “Limonoids: overview of significant bioactive triterpenes distributed in plants kingdom. Biol. Pharm. Bull. 2006; 29(2): 191-201.

SOUZA, C. R. et. al.: Andiroba Carapa guianensis, 2006, Embrapa Ocidental, Manaus, Documento 48, p. 12.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

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