Die Wertsteigerung von Wildfrüchten durch die Konsolidierung der Märkte schafft Arbeitsplätze und Einkommen für die Waldgemeinden und trägt zum Fortbestand des Amazonas-Regenwaldes für zukünftige Generationen bei.

   ÍLE
        ::: Açaí
        ::: Andiroba
        ::: Buriti
        ::: Paranuss
        ::: Maracujá
        ::: Patauá
        ::: Pracachy
        ::: Tucumã (Pulpe)
        ::: Tucumã (Samen)
   BUTTERFETTE
        ::: Bacuri
        ::: Cupuaçu
        ::: Muru-muru
        ::: Ucuúba
   HARZE
        ::: Breu-branco
        ::: Copaíba

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PARANUSS-Öl - ( Bertholletia excelsa, Lecythidaceae)

ERNTEZEITRAUM


PHYSIKALISCH-CHEMISCHE DATEN UND FETTSÄUREZUSAMMENSETZUNG

Das Paranussöl ist sehr nahrhaft, enthält 75% ungesättigte Fettsäuren, die sich hauptsächlich aus Palmitin-, Öl-und Linolensäure zusammensetzen, daneben noch dem Phytosterinester Sitosterin und den fettlöslichen Vitaminen A und E. Ein aus der ersten Kaltpressung erhaltenes Öl gleicht einem extra nativen Öl, welches das Olivenöl aufgrund seines milden und angenehmen Aromas ersetzen kann.

Die Paranuss ist reich an Magnesium und Thiamin und besitzt die höchst bekannte Konzentration an Selen (126 ppm), mit antioxidativen Eigenschaften. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Verzehr von Selen mit einem reduzierten Risiko von Prostatakrebs verbunden ist; und es wird der Verzehr von Paranüssen als vorbeugende Maßnahme empfohlen.

Die in der Paranuss vorhandenen Proteine sind sehr reich an schwefelhaltigen Aminosäuren, wie Cystein (8%) und Methionin (18%). Das Vorhandensein von Methionin erhöht die Aufnahme von Selenium und anderen Mineralien.

Die Kosmetikindustrie setzt das Paranussöl aufgrund seiner freien Radikale und Antioxidantien als feuchtigkeitsspendenden Wirkstoff in Anti-Aging-Formulierungen Es gilt als einer der besten Haarconditioner für strapaziertes und sprödes Haar.

 

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Die Paranuss ist unverzichtbar in der regionalen Küche. Auch wird sie zur Herstellung von Gebäck und Speiseeis verwendet. Ihr Proteinwert ist mit 18% sehr bedeutsam. Die Paranuss wird deshalb auch als "vegetarisches Fleisch" bezeichnet. Der Verzehr von zwei Nüssen entspricht dem Proteinwert eines Hühnereis. Die Paranussmilch, die sehr der Kokosmilch ähnelt, wird in der regionalen Küche verwendet, in Salaten und Eintöpfen.

Haare, die mit Paranussöl einmassiert werden, hellen sich bei Sonneneinstrahlung zunehmend auf. Das Öl wird auch häufig von schwangeren Frauen zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen verwendet.
Als Teeaufguss, wobei das Wasser für ein paar Stunden in der Kapselfrucht zum Einwirken belassen wird, wird es als ein Mittel zur Behandlung von Hepatitis, Anämie und Darmproblemen angewendet.

ÖKOLOGIE

Erst kürzlich in Brasilnuss umbenannt, gilt sie als eine der wichtigsten Arten der Sammelwirtschaft Amazoniens, wobei sie eine zentrale Rolle bei der sozio-ökonomischen Organisation von großen Sammelflächen des Regenwaldes einnimmt. Die Brasilnuss ist ein stattlicher, oft bis 50 Meter hoch ragender Baum mit einem Stammdurchmesser von über 2 Metern. Die Frucht der Brasilnuss wird als Kapselfurcht bezeichnet, die in der Regel 18 hartschalige Samen (Nüsse) beherbergt. Zur Gewinnung der Samen ist es notwendig, die Kapselfrucht, die eine sehr harte Schale hat und sich nicht spontan öffnet, zu brechen.

Das Holz der Brasilnuss eignet sich hervorragend für den Haus- und Schiffsbau. Derzeit ist die Holznutzung des nativen Brasilnussbaumes per Gesetz untersagt. Dadurch wird aber sein Anbau zum Zwecke der Aufforstung nicht ausgeschlossen, sei es in reinen oder in Gemischtanbau-Systemen. Hierbei wird ein Pflanzabstand von 10 m x 25 m empfohlen; das entspricht 46 Bäumen pro Hektar. Die Keimung der Samen erfolgt nach 12 bis 18 Monaten, und die erste Produktion kann ab dem 12. Jahr erwartet werden.

Eine ausgewachsene Brasilnuss produziert im Durchschnitt 125 Liter Nüsse (45 Samen/Liter). Die entschälte Nuss besitzt einen Ölgehalt von rund 70%; beim Kaltpressen können 40% dieses Öls extrahiert werden, das heißt, dass jeder Brasilnussbaum bis zu 50 Liter Öl erzeugen kann.

 

BENUTZTE LITERATUR

CHUNHIENG, T. et. al:  Study of selenium distribution in the protein fractions of the Brazil nut, Bertholletia excels; 2004,J. Agric. Food Chem.  52(13):4318-22.

KLEIN, E. A. et. al. "SELECT: the next prostate cancer prevention trial. Selenum and Vitamin E Cancer Prevention Trial.", 2001, J. Urol. 166(4):1311-5.

MORAIS, L. R. : Banco de Dados Sobre Espécies Oleaginosas da Amazônia, não-publicado.

MÜLLER, C. H. et. al.: A cultura da castanha-do-brasil, 1995, Embrapa-CPATU, Coleção plantar, 23, p.65.

SHANLEY, P. et. al. : Frutíferas e plantas úteis na vida amazônica, 2005, CIFOR, IMAZON, Editora Supercores, Belém, p. 300.

SUN. S.S.et. al.: Properties, biosynthesis and processing of a sulfur-rich protein in Brazil nut (Bertholletia excelsa H.B.K.). 1987, Eur. J. Biochem. 162(3):477-83.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

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