Die Wertsteigerung von Wildfrüchten durch die Konsolidierung der Märkte schafft Arbeitsplätze und Einkommen für die Waldgemeinden und trägt zum Fortbestand des Amazonas-Regenwaldes für zukünftige Generationen bei.

   ÍLE
        ::: Açaí
        ::: Andiroba
        ::: Buriti
        ::: Paranuss
        ::: Maracujá
        ::: Patauá
        ::: Pracachy
        ::: Tucumã (Pulpe)
        ::: Tucumã (Samen)
   BUTTERFETTE
        ::: Bacuri
        ::: Cupuaçu
        ::: Muru-muru
        ::: Ucuúba
   HARZE
        ::: Breu-branco
        ::: Copaíba

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TUCUMÃ-Öl (Pulpe)- (Astrocaryum vulgare, Arecaceae)

ERNTEZEITRAUM


PHYSIKALISCH-CHEMISCHE DATEN UND FETTSÄUREZUSAMMENSETZUNG

Das Tucumãöl, welches aus dem Fruchtfleisch extrahiert wird, enthält 25,6% gesättigte Fettsäuren und 74,4% ungesättigte Fettsäuren, darunter Palmitin-, Stearin-, Öl- und Linolsäure. Da es ein hohe Konzentration an 3-, 6- und 9-Omegafettsäuren enthält, birgt es exzellente Eigenschaften für eine Feuchtigkeitscreme und wird deshalb in der Kosmetikprodukten für feuchtigkeitsspendende Lotionen für die Haut und in der Haarpflege für strapaziertes Haar verwendet. Das Tucumãöl ist auch ein ausgezeichneter Weichmacher mit einer überdurchschnittlichen Streichfähigkeit. Der Wert des Beta-Carotins im Tucumãöl ist wesentlich konzentrierter als in der Fruchtpulpe und erreicht Werte zwischen 180 und 330 mg/100 g Öl.

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Die Tucumãpalme ist vielseitig verwendbar. Der harte Samen findet im Kunsthandwerk zahlreiche Anwendungen, die Blätter liefern eine sehr strapazierfähige Faser, die sich besonders gut für das Korbflechten eignet, und das Fruchtfleisch wird in „natura“ als Eiskrem oder als Saft, auch als "Tucumã-Wein" bezeichnet, konsumiert. Das Fruchtfleisch ist sehr nahrhaft mit einer der höchsten bekannten Konzentration an Provitamin A "Beta-Carotin (52 mg/100 g Fruchtpulpe). Dieser Wert ist nur vergleichbar mit dem von Buriti. Im Vergleich dazu liegt die Beta-Carotin-Konzentration von Möhren bei 6,6 mg/100 g. Zudem wird das Tucumãöl noch in der Küche und für Massagen eingesetzt.

ÖKOLOGIE

Die Tucumãpalme stammt aus der Amazonasregion, möglicherweise aus dem Bundesstaat Pará, wo sie ihre grösste Verbreitung findet, und reicht bis nach Französisch-Guayana und Surinam. Diese Palmenart ist typisch für Terra firme-Standorte, die offene Flächen bzw. eine niedrige Vegetation aufweisen. In der Amazonasregion unterscheiden sich zwei Tucumãsorten, die Tucumã-do-Pará (Astocaryum vulgare) und die Tucumã-do-Amazonas (Astocaryum tucumã). Der Tucumã-do-Pará hat mit 10 bis 15 Metern eine kleinere Wuchshöhe und kann infolge seiner Mehrstämmikeit leichter regenerieren. Dagegen kann der Tucumã-do-Amazonas eine Wuchshöhe von bis zu 25 Meter erreichen, bildet aber jeweils nur einen einzigen Stamm. Seine Früchte sind größer und fleischiger, weniger faserig und weniger süß als die von Tucumã-do-Pará.
Die Tucumãpalme gilt als Pionierpflanze mit aggressivem Wachstum, feuerresistent und fähig, nach einem Brand wieder auszutreiben, und besiedelt vorwiegend niedrige Sekundärvegetation und Weiden. Die Samen brauchen bis zu 2 Jahre, um zu keimen, haben ein langsames Anfangswachstum und beginnen ab dem achten Jahr zu produzieren.

Es ist bekannt, dass vereinzelt Pflanzer der Ölpalme (Elais guinensis) bereits damit begonnen haben, die Ölpalme durch die Tucumãpalme zu ersetzen. Die Krankheitsresistenz der Tucumãpalme sowie ihre hohe Produktivität machen diese Art zu einer Alternative für die Produktion von Biodiesel, da die laufenden Kosten einer angelegten Pflanzung wesentlich geringer sind als die einer Ölpalmenplantage.

Der Tucumãkern ist von einer orangefarbigen ölhaltigen Fruchtpulpe umgeben. Seine Frucht wiegt ca. 30 g, davon entfallen 34% auf die Fruchtpulpe, die eine Ölkonzentration von 14 bis 16% aufweist. Eine ausgewachsene Palme kann bis zu 50 kg Früchte pro Jahr tragen; der Durchschnitt liegt bei 25 kg pro Palme, das entspricht 2,5 kg Öl der Fruchtpulpe und zusätzlich 1,5 kg Kernöl. Auf einen Hektar können 400 Palmen gepflanzt werden, die jeweils drei Stämme ausbilden. Damit ergeben sich im Durchschnitt pro Hektar 1.200 fruchttragende Stämme.

IIn der Ölausbeute würde das 4.800 kg Öl pro Hektar bedeuten (3.000 kg Öl aus der Fruchtpulpe und 1.800 kg aus dem Samen), was deutlich über dem Durchschnitt der Ölpalme liegt, die 4.000 kg Öl / ha / Jahr produziert (bei einem Ertrag von 20 Tonnen und einer Ausbeute von 22%). Der Vorteil der Tucumãpalme liegt in der Ausbildung von mehreren Stämmen, womit keine Notwendigkeit zur Neubepflanzung besteht, im Gegensatz zur Ölpalme.

BENUTZTE LITERATUR

ALMEIDA, A. G. et. al:  Beta caroteno na prática clínica, Instituto de Metabolismo e Nutrição, http://www.nutricaoclinica.com.br/beta-caroteno-na-pratica-clinica.html (acessado 17/11/2009)

BORA, P. S. et. al.: Characterization of the oil and protein fractions of tucuma (Astrocaryum vulgare Mart) fruit. 2001, Ciencia y Technologia Alimentaria, Ourense, Espanha, v. 3, n. 2, p. 111-116.

CALVACANTE, P. B.: Frutas Comestíveis da Amazônia, 1996, 6a Ed , Edições Cejup - Museu Paraense Emílio Goeldi, Belém.

MORAIS, L. : Banco de Dados Sobre Espécies Oleaginosas da Amazônia, não-publicado.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

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