ERNTEPERIODE

PHYSIKALISCH-CHEMISCHE KENNZAHLEN UND ANWENDUNGEN

Bacabaöl ist grünlich und duftend, mit physiochemischen Eigenschaften ähnlich wie bei Olivenöl.

Hohe Mengen an ungesättigten Öl- und Linol-Fettsäuren spricht dem Bababaöl ausgesprochene Emolliens Eigenschaften zu und empfiehlt sich für den Einsatz in Haut- und Haarpflegeprodukten. Traditionell wird das Öl zur Wiederbelebung der Kopfhaut verwendet.

Der hohe Gehalt an Linolsäure (16%), eine essentielle Fettsäure (EFA), die eine der Lipidkomponenten der Haut ist, hilft, den trans-epidermalen Wasserverlust zu reduzieren und die Haut vor dem Austrocknen zu verhindern.

Bacaba ist die einzige Palme, die eine interessante Menge an Behensäure (10%) aufweist, und die von Erndussöl übersteigt.

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Die Früchte werden als regionales Getränk “Bacabawein” verzehrt, ähnlich dem “AÇaiwein”. Das Getränk ist hoch in Kalorien und fettreicher als AÇai.

Aus der Fruchtpulpe wird das Öl gewonnen. Die traditionelle Form beinhaltet das Zerstossen der Früchte mit einen Mörser, um das Fruchtfleisch vom Samen zu trenne. Der Fruchtbrei wird anschliessend mit Wasser erhitzt, was dazu führt, dass das Öl an die Oberfläche ansteigt, wo es abgeschöpft wird.

ÖKOLOGIE

Die bekannteste Bacabapalme im Bundesstaat Pará ist die einstämmige Bacaba-of-Leque (Oenocarpus distichus), die in Gebieten mit armen, schweren und nicht überfluteten Böden vorkommt. Es kann im Schatten wachsen, bevorzugt aber mehr offene Flächen. Als feuerbeständig gedeiht es besonders in Weiden und Sekundärwäldern. Im Bundesstaat Acre und im Oberen Amazonas ist die mehrstämmige Bacabinha (Oenocarpus Mapora) häufiger. Die Bacaba-Palme bildet keine homogenen Populationen wie die Acai-Palme (Euterpe oleracea) und die Tucuma-Palme (Astrocaryum vulgare). Im Sekundärwald liegt der Durchschnitt 20 bis 50 Palmen pro Hektar.

Die Bacabafrucht besteht aus 38% Mesokarp (aus dem das Öl extrahiert wird) und 62% Samen. Bacaba Palmen produzieren 1 bis 3 Fruchtstände pro Jahr, jede mit einem Gewicht von bis zu 20 kg. Der Ölertrag pro Bacabapalme wird auf etwa 4 kg pro Jahr geschätzt.

Bacabasamen brauchen 2 bis 3 Monate zu keimen. Die Palme wächst langsam und produziert die ersten Früchte ab dem 6. Jahr. Das Fehlen von Schatten in den ersten  Jahren beeinträchtigt die Anfangsentwicklung der Palme. Erntezeit liegt in der Regenzeit, von Dezember bis April.

WEITERFÜHRENDE LITERATUR

CARVALHO, A. V. et al (2016): Phenolic composition and antioxidant capacity of bacaba-de-leque (Oenocarpus distichus Mart.) genotypes; Journal of Food Composition and Analysis 54 (2016) 1–9 .

LORENZI, H. (1996): Plameiras no Brasil – exóticas e nativas, Nova Odessa, Editora Plantarum, pp.303. .

PESCE, C. (1941): Oleaginosas da Amazônia, Oficinas Gráficas da Revista Veterinária, Belém/PA. .

Santos, M. F. G. et al (2013): Minor components in oils obtained from Amazonian palm fruits GRASAS Y ACEITES, 64 (5), 531-536, 2013 .

SHANLEY, P. et. al. : Frutíferas e plantas úteis na vida amazônica, 2005, CIFOR, IMAZON, Editora Supercores, Belém, p. 300. .

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