ERNTEPERIODE

PHYSIKALISCH-CHEMISCHE KENNZAHLEN UND ANWENDUNGEN

Tucumã Butter ist in Aussehen, Konsistenz und Eigenschaft vergleichbar mit dem Palmkernöl aber mit höheren und günstigeren Schmelzpunkt . Es ist bekannt, daß Butterfette mit einem hohen Anteil an Laurinsäure, eine Schlüsselrolle in der Stärkung des Immunsystems und Prävention verschiedener Krankheiten innehaben. Aufgrund seiner Fettsäurezusammensetzung und unverseifbaren Anteile bildet die Tucumabutter einen transparenten Schutzfilm auf der Haut ähnlich wie bei Silikon, ohne jedoch die Hautporen zu verstopfen. Die Lipidaustausch der Haut wird dabei nicht beschädigt ist und funktioniert gut bei trockener und sogar auf öligen Haut.

Tucuma Butter eignet sich hervorragend für Formulierungen für trockenes Haar mit Spliss. Durchdringt die Haarcuticula, um den Verlust von strukturellen Lipiden zu ersetzen und wirkt feuchtigkeitsspendend. Damit wird die natürliche Elastizität des Haares wieder zurückgeben, so dass es wieder weich, stark und seidig wird. Sehr empfehlenswert für die Pflege von lockigem und Regeneration von ethnischen Haaren.

Aufgrund seines geringeren Anteils an freien Säuren ist die Raffination im Vergleich zu der Ölpalme wesentlich einfacher. Seine hohe Konzentration an Laurinsäure (47%) qualifiziert die Tucumabutter  in besonderer Weise für den Einsatz in der Seifenherstellung.

ALLGEMEINE VERWENDUNG

Die Tucumapalme ist vielseitig verwendbar. Der harte Samen findet im Kunsthandwerk zahlreiche Anwendungen, die Blätter liefern eine sehr strapazierfähige Faser, die sich besonders gut für das Korbflechten eignet, und das Fruchtfleisch wird in „natura“ als Eiskrem oder als Saft, auch als “Tucuma-Wein” bezeichnet, konsumiert. Das Fruchtfleisch ist sehr nahrhaft mit einer der höchsten bekannten Konzentration an Provitamin A “Beta-Carotin (52 mg/100 g Fruchtpulpe). Dieser Wert ist nur vergleichbar mit dem von Buriti. Im Vergleich dazu liegt die Beta-Carotin-Konzentration von Möhren bei 6,6 mg/100 g. Zudem wird das Tucumaöl noch in der Küche und für Massagen eingesetzt.

ÖKOLOGIE

Die Tucumapalme stammt aus der Amazonasregion, möglicherweise aus dem Bundesstaat Pará, wo sie ihre grösste Verbreitung findet, und reicht bis nach Französisch-Guayana und Surinam. Diese Palmenart ist typisch für Terra firme-Standorte, die offene Flächen bzw. eine niedrige Vegetation aufweisen. In der Amazonasregion unterscheiden sich zwei Tucumasorten, die Tucuma-do-Pará (Astocaryum vulgare) und die Tucuma-do-Amazonas (Astocaryum Tucuma). Der Tucuma-do-Pará hat mit 10 bis 15 Metern eine kleinere Wuchshöhe und kann infolge seiner Mehrstämmikeit leichter regenerieren. Dagegen kann der Tucuma-do-Amazonas eine Wuchshöhe von bis zu 25 Meter erreichen, bildet aber jeweils nur einen einzigen Stamm. Seine Früchte sind größer und fleischiger, weniger faserig und weniger süß als die von Tucuma-do-Pará.
Die Tucumapalme gilt als Pionierpflanze mit aggressivem Wachstum, feuerresistent und fähig, nach einem Brand wieder auszutreiben, und besiedelt vorwiegend niedrige Sekundärvegetation und Weiden. Die Samen brauchen bis zu 2 Jahre, um zu keimen, haben ein langsames Anfangswachstum und beginnen ab dem achten Jahr zu produzieren.

Es ist bekannt, dass vereinzelt Pflanzer der Ölpalme (Elais guinensis) bereits damit begonnen haben, die Ölpalme durch die Tucumapalme zu ersetzen. Die Krankheitsresistenz der Tucumapalme sowie ihre hohe Produktivität machen diese Art zu einer Alternative für die Produktion von Biodiesel, da die laufenden Kosten einer angelegten Pflanzung wesentlich geringer sind als die einer Ölpalmenplantage.

Der Tucumakern ist von einer orangefarbigen ölhaltigen Fruchtpulpe umgeben. Seine Frucht wiegt ca. 30 g, davon entfallen 34% auf die Fruchtpulpe, die eine Ölkonzentration von 14 bis 16% aufweist. Eine ausgewachsene Palme kann bis zu 50 kg Früchte pro Jahr tragen; der Durchschnitt liegt bei 25 kg pro Palme, das entspricht 2,5 kg Öl der Fruchtpulpe und zusätzlich 1,5 kg Kernöl. Auf einen Hektar können 400 Palmen gepflanzt werden, die jeweils drei Stämme ausbilden. Damit ergeben sich im Durchschnitt pro Hektar 1.200 fruchttragende Stämme.

In der Ölausbeute würde das 4.800 kg Öl pro Hektar bedeuten (3.000 kg Öl aus der Fruchtpulpe und 1.800 kg aus dem Samen), was deutlich über dem Durchschnitt der Ölpalme liegt, die 4.000 kg Öl / ha / Jahr produziert (bei einem Ertrag von 20 Tonnen und einer Ausbeute von 22%). Der Vorteil der Tucumapalme liegt in der Ausbildung von mehreren Stämmen, womit keine Notwendigkeit zur Neubepflanzung besteht, im Gegensatz zur Ölpalme.

WEITERFÜHRENDE LITERATUR

BORA, P. S. et. al.: Characterization of the oil and protein fractions of tucuma (Astrocaryum vulgare Mart) fruit. 2001, Ciencia y Technologia Alimentaria, Ourense, Espanha, v. 3, n. 2, p. 111-116. .

PESCE, C.: Oleaginosas da Amazônia, 1941, Oficinas Gráficas da Revista Veterinária, Belém/PA .

PIO CORREA, A. M.: Dicionário de Plantas Úteis do Brasil; 1926, Imprensa Nacional, Rio de Janeiro , p. 339. .

SHANLEY, P. et. al. : Frutíferas e plantas úteis na vida amazônica, 2005, CIFOR, IMAZON, Editora Supercores, Belém, p. 300. .

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